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Ratgeber · Planung

Wie groß muss meine PV-Anlage sein?

Faustregeln, kWp-Berechnung und ehrliche Empfehlungen, je nach Verbrauch, Dach und Zukunftsplänen.

5 Minuten Lesezeit Aktualisiert Juni 2026

Faustregel: 1 kWp pro 1.000 kWh Verbrauch

Eine grobe Orientierung: Pro 1.000 kWh Jahresverbrauch sollten Sie etwa 1 kWp installierte Leistung einplanen. Ein typisches Einfamilienhaus mit 4.000 kWh Verbrauch braucht also rund 4 kWp, wobei wir in der Praxis meist deutlich darüber dimensionieren.

Warum mehr als die Faustregel? Weil Sie nur einen Bruchteil des Stroms direkt verbrauchen. Den Rest verkaufen Sie ans Netz oder laden den Speicher damit. Eine größere Anlage erhöht den Eigenverbrauchs-Anteil und macht die Anlage rentabler.

Verbrauchsschätzung nach Haushaltsgröße

  • 1-2 Personen ohne E-Auto: 2.000 bis 3.000 kWh pro Jahr → 4 bis 6 kWp empfohlen.
  • 3-4 Personen Familie: 3.500 bis 5.000 kWh → 7 bis 10 kWp.
  • 5+ Personen oder großes Haus: 5.500 bis 7.000 kWh → 10 bis 14 kWp.
  • Mit Wärmepumpe: Plus 3.000 bis 5.000 kWh für Heizen → +3 bis 5 kWp dazurechnen.
  • Mit E-Auto (15.000 km/Jahr): Plus rund 2.500 kWh → +2,5 bis 3 kWp.

So viel Fläche brauchen Sie auf dem Dach

Eine grobe Daumenregel: 1 kWp entspricht etwa 5 m² Dachfläche. Eine 10-kWp-Anlage braucht also rund 50 m² nutzbare Fläche. Auf einem Satteldach mit Süd-Ausrichtung passen typischerweise 6 bis 10 kWp problemlos, oft auch deutlich mehr.

Faktoren, die die nutzbare Fläche reduzieren: Dachfenster, Kamine, Lüftungsrohre, Schornsteine, Verschattung durch Bäume oder Nachbarhäuser. Beim Vor-Ort-Termin messen wir das exakt aus.

Wer Wärmepumpe oder E-Auto in den nächsten Jahren plant, sollte die Anlage gleich eine Nummer großzügiger dimensionieren. Nachrüsten ist meist deutlich teurer als gleich richtig planen.

Wann lohnt sich eine größere Anlage?

  • Sie planen eine Wärmepumpe in den nächsten 5 Jahren, kalkulieren Sie schon jetzt mit ein. Mehr dazu im PV-Wärmepumpen-Ratgeber.
  • Sie haben oder planen ein E-Auto, Eigenstrom-Laden senkt Ihre Strom-Kosten massiv.
  • Ihr Dach ist gut nutzbar (Süd-Ausrichtung, wenig Verschattung), verschenken Sie keine Fläche.
  • Sie wollen Strom mit Nachbarn teilen (Gemeinschaftliches Erzeugen, Mieterstrom-Modelle), größere Anlagen erlauben das.

Speicher passend dimensionieren

Der Speicher macht aus jeder kWh produzierten Stroms eine kWh selbstgenutzten Stroms. Faustregel: Speicher-Kapazität entspricht 1 bis 1,5 kWh pro kWp Anlagenleistung. Bei 10 kWp also 10 bis 15 kWh Speicher. Bei Wärmepumpen-Kombi etwas mehr. Details im Speicher-Ratgeber.

Häufige Fragen zur Anlagengröße

Lieber knapp oder lieber großzügig dimensionieren?
Eindeutig großzügig. Die Mehrkosten pro kWp sinken mit zunehmender Anlagengröße, und Verbräuche wachsen erfahrungsgemäß. Wer heute knapp plant, ärgert sich in 5 Jahren mit Wärmepumpe oder E-Auto.
Kann ich die Anlage später erweitern?
Technisch ja, wirtschaftlich oft schlecht. Der Wechselrichter muss meist getauscht werden, neue Module passen optisch oft nicht zu alten, die Anmeldung wird kompliziert. Lieber gleich bedarfsgerecht planen.
Was ist mit der 30-kWp-Grenze für den Nullsteuersatz?
Bis 30 kWp pro Wohneinheit fällt 0 Prozent Mehrwertsteuer an. Für ein klassisches Einfamilienhaus liegen Sie damit nie an der Grenze. Bei Mehrfamilienhäusern oder Gewerbe schauen wir das individuell durch.
Was zählt mehr: Anlagengröße oder Speichergröße?
Beides muss zueinander passen. Eine große Anlage mit kleinem Speicher verschenkt Sonnenstrom ans Netz. Ein großer Speicher mit kleiner Anlage bleibt halb leer. Das Verhältnis macht's.
Wie viel kWp passen auf mein Dach maximal?
Auf einem typischen Einfamilienhaus mit 80 bis 120 m² nutzbarer Dachfläche passen 16 bis 24 kWp. Das exakte Maximum hängt von Aufbauten, Ausrichtung und Statik ab, wir messen es beim Vor-Ort-Termin.
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